Montag, 15. März 2010

Warum ich Wissenschaftler wurde...

Entschuldigt bitte die Sendepause. Ich bin gerade für zwei Wochen auf der anderen Seite der Republik bei meinen Eltern zu Besuch - und wie immer haben sich einige Arbeiten rund um Haus und Garten angesammelt. Es könnte also diese Tage etwas ruhig im Blog werden.

Auf scienceblogs.de macht gerade eine Serie die Runde, welche Faktoren einen auf den jetzigen Lebensweg verschlagen haben. Ich dachte, ich mach mal mit... hier also meine zwei Cent*:

  • Sendung mit der Maus
  • Star Trek
  • Jugend-(Jahr)bücher
  • diverse Fantasy und SciFi
  • mein Physiklehrer aus Klasse 5
  • MacGyver
  • Joachim Bublath
  • PM
  • Erich von Däniken

Keine besonders überraschende Liste, denke ich. Früher hatten wir nur 4 Fernsehprogramme - Erste, Zweites, Drittes und Sat.1, kein RTL. Nach der Schule lief meistens irgendeine Star Trek-Serie, die ich alle verschlang. Ich war nie ein richtiger Fan oder "Trekkie", war noch nie auf einer Con, aber irgendwie hat es mein Leben sehr geprägt. Heutzutage gibt es an der Stelle nur diese völlig debilen Gerichtsshows mit den schlechtesten Laiendarstellern Deutschlands.

Die PM hatte ich auch abonniert, anscheinend ging das vielen so. Ende der Neunziger und um die Jahrtausendwende herum hatte ich wohl auch eine Art "leichtesoterische Phase", insofern störte mich der Hokuspokus-Journalismus in der PM damals nicht wirklich, ich fand ihn sogar klasse. Noch bis in die Abiturzeit hinein war ich zudem vehementer Anhänger der Paläo-SETI-These, inzwischen ist mir das hochpeinlich. Besonders da ich als Leiter der Abi-Zeitung meine Position ein wenig missbrauchte und einen dreiseitigen Schwurbel-Artikel über Dänikens Theorien ins Abschlussbuch schrieb, der zum Glück kaum ein Echo fand.

Doch auch das war eine wichtige Lektion - in Selbstkritik, Überheblichkeit und unabhängiger Recherche. Die Tendenz des Geistes, Theorien nach Wunschvorstellung und nicht nach Datenlage zu gewichten, ist verblüffend. Keiner ist davor gefeit.

Gehe ich weiter in meine Kindheit zurück, fallen mir vor allem zahlreiche Bücher ein - über Dinosaurier, Vulkane, UFOs, Weltraum, Bauwerke und alle anderen Themen, die Jungs damals so interessierten. Da sind unvorstellbare Schätze dabei, die es heute vermutlich gar nicht mehr zu kaufen gibt. Ich glaube ich werde wie Florian ein paar davon mal im Detail vorstellen.

Es ist erstaunlich, wie augenscheinlich triviale Erlebnisse der Kindheit das gesamte Leben beeinflussen - vielleicht mehr als alles andere, was man später tat. Das wird einem erst Jahre danach bewusst.



*Nach dem Schreiben ist mir aufgefallen, dass "zwei Cent einwerfen" eigentlich eine amerikanische Redewendung ist, die es im Deutschen gar nicht gibt. Ich finde sie ganz hübsch.

Kommentare:

  1. Ach PM. Irgendwann Mitte der 1980´er hatte ich das Blatt auch mal abonniert. Damals war PM auch noch bhalbwegs gut, sie erklärten tatächlich auf jugendlichem Niveau viele Dinge. Erst gegen Ende der 1980´er begannen sie mehr und mehr abzudrehen.

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  2. Jo allerdings ^^ Hab neulich auch noch mal im Kiosk drin geblättert, furchtbar...

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