Donnerstag, 11. Februar 2010

Noch mehr Streetview

Neulich hatte ich schon einmal über Google Streetview geschrieben und meine Begeisterung für diesen wunderbaren Zeitvertreib ausgedrückt. Gestern gab es nun eine neue Ladung Bilder. Insbesondere sind hinzugekommen:

* Finnland
* Norwegen
* weite Teile Kanadas
* Alaska
* schrittweise Update des US-Bildmaterials mit neuen HD-Kameras

Deutschland ist leider immer noch nicht dabei, unten steht wieso. Hier eine kleine Übersicht, welche Orte man schon in Streetview bestaunen kann:






Für die kommenden olympischen Winterspiele in Vancouver wurden sogar die Pisten abgeknipst:



(ganz nett, aber man kann's auch übertreiben...)




Mich als Skandinavien-Fan und Geowissenschaftler begeistern vor allem die Bilder aus Norwegen (die Fjord-Panoramas sind einfach atemberaubend). Leider hatte ich noch keine Zeit, abertausende Kilometer am Rechner abzufahren, aber hier sind ein paar nette Eindrücke:


Näytä suurempi kartta



Größere Kartenansicht


Größere Kartenansicht




Google ist inzwischen dazu übergegangen, die Orte und Zeiten der Aufnahmen vorher anzukündigen. Das soll Vertrauen schaffen und dem unwilligen Bürger Möglichkeit geben, an dem Tag sein Auto nicht beim Sex-Shop zu parken. Allerdings gibt es natürlich auch Vögel, die dann am Straßenrand warten um irgendwelchen Blödsinn zu veranstalten (wie im Taucheranzug dem Google-Wägelchen mit Harpune hinterherzujagen, siehe Bild links).

"Die Google-Debatte ist hysterisch und uninformiert"

Gleichzeitig ist auch die Debatte hierzulande neu entbrannt, da Verbraucherschutzministerin Aigner Google Streetview in Deutschland de facto verbieten will. Siehe Artikel bei Spiegel, heise und Welt.

Ich halte die ganze Debatte für überflüssig und absurd. Streetview gibt es nun wirklich nicht erst seit gestern und ernsthafte Negativfolgen sind bisher noch nirgends aufgetreten. Abgesehen vielleicht von einer Ehefrau in Amerika, die sich scheiden ließ, als sie das Auto ihres Mannes über Streetview bei seiner Liebhaberin fand. Der springende Punkt ist jedoch - das Auto hätte sie auch in der wirklichen Welt finden können, Streetview hat an der Situation nichts geändert. Ebenso ist das oft genannte Einbrecher-Argument bescheuert. Welcher Einbrecher sucht sich denn bitte bei Google seine Ziele aus, wenn er in der Realität ein viel besseres Bild von der Örtlichkeit bekommen könnte? Google tut nichts verbotenes, vom öffentlichen Raum aus (Straße) Gebäude und Menschen zu fotografieren ist ohne Genehmigung für jeden erlaubt. Google geht sogar noch weiter und zensiert alle Gesichter und Nummernschilder (und Rentierhintern), obwohl sie gesetzlich dazu nicht unbedingt verpflichtet wären. Uneingeschränkt toll finde ich die Sammelwut der Datenkrake Google auch nicht, aber die Politiker-Polemik bei Streetview geht wirklich zu weit und am Ziel vorbei, gerade wenn die eigene Partei regelmäßig mit Datenspeichergesetzen Schlagzeilen macht.

Wer Google Streetview verbieten will, müsste in der Konsequenz auch pauschal das Benutzen einer Kamera außerhalb der eigenen vier Wände für alle Bürger verbieten. Denn was unterscheidet diese "Fotoaktion, [die] nichts anderes als eine millionenfache Verletzung der Privatsphäre [ist]" (Zitat Aigner) denn bitte vom Urlaubsschnappschuss am Kölner Dom, wo hunderte Passanten ins Bild laufen und dann bei Studivz oder Facebook landen?

Kommentare:

  1. Also ehrlich gesagt bin ich ganz froh das es GSV nicht in D gibt. Ich finde diese Datensammelwut wirklich nicht schön.

    Man auch argumentieren das du auch die die ganze Welt in real sehen kannst dun GSV dazu nicht brauchst (ganz nebenher wäre das sicherlich auch schöner als vorm Rechner zu hocken)

    Q.

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  2. Natürlich ist es immer schöner, die Welt in real zu sehen und mit allen Sinnen zu erfassen. Aber leider hat man nicht immer die Möglichkeit, das auch zu tun und dorthin zu reisen. Insofern finde ich Streetview eine wunderbare Idee, besser als gar nichts.

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