Die nächsten Tage wird es wohl im Blog etwas still werden, ich bin mitten in den Vorbereitungen für mehrere Klausuren. Z.B. die Vorlesung mit dem sehr allgemeinen Titel "Geophysik und Geologie". Hierbei geht es vor allem um die geochemische Verteilung, Struktur und Geschichte der Mantelgesteine, u.a. beschrieben mit geophysikalischen Methoden und Modellierungen. Allgemeiner könnte man auch Geodynamik dazu sagen, aber hier sind die Grenzen zwischen Geophysik, Geologie, Geochemie usw. fließend.
Hört sich etwas dröge an, ist aber äußerst spannend. Nur das Skript ist ziemlich knackig, hier (aus bloßer akademischer Angeberei) ein paar zusammenhangslose Auszüge:
(Copyrights FSU Jena, bzw. externe Autoren)
Und davon dann gleich 204 Seiten! Uff! In dem Diagramm rechts geht es übrigens um Isotopenverhältnisse von Ozeanbasalten und den daraus ziehbaren Rückschlüssen auf ihre Entstehungsgeschichte. Leider ist das Thema für ein Blog zu komplex, ich wollte nur einmal zeigen, womit man sich als Geophysiker beschäftigen kann. Die Seite in der Mitte beinhaltet übrigens nur eine einzige Formel, sie ist halt ein bisschen länger.
Allerdings ist das auch nur ein winziger Teil der Themengebiete. Geophysik und Geowissenschaften sind allgemein unvorstellbar weitreichende und großartige Fächer :)
Der hochgepriesene Dokumentarfilm "Home" von Yann Arthus-Bertrand ist wieder auf youtube verfügbar. Zwischenzeitlich war er wohl aus rechtlichen Gründen für deutsche Nutzer gesperrt, doch jetzt zumindest funktioniert es wieder.
Wer ihn noch nicht gesehen hat, unbedingt anschauen! Unfassbar großartige Bilder, auch wenn das ständige pessimistische Gebabbel im Hintergrund ein wenig stört, trotzdem klasse Film. Geht 93 Minuten.
Kürzlich war ja wieder die Kenntnis der englischen Sprache Thema. Alle haben sich lustig gemacht über Westerwelle und Oettinger (unser neuer "Öhörp"-Abgeordneter). Bei soviel Sprachkunst ließ der Spott natürlich nicht lange auf sich warten, sei es nun TV Total, extra3 oder Harald Schmidt. (Jetzt ist wieder der richtige Harald-Schmidt-Link da)
Köstlich amüsiert habe ich mich auch über den armen Sachsen, der letzte Woche Latoya Jacksons Rede in der Semperoper live übersetzte, oder es zumindest versuchte:
Doch die Frage stellt sich für uns alle - wie viel Englisch sollte man sprechen können in unserer Gesellschaft? Und bedroht zu viel Englisch möglicherweise die Konsistenz der deutschen Sprache? Letztes Jahr wollte die CDU deswegen sogar die deutsche Sprache ins Grundgesetz aufnehmen, inzwischen ist die Diskussion darüber im Sand verlaufen. Jetzt macht Verkehrsminister Ramsauer Schlagzeilen, der die Anglizismen in seinem Ministerium und an Bahnhöfen eindämmen will.
Ich denke, hier werden zwei grundlegend verschiedene Sachen oft verwechselt. Zum Einen sind da die Anglizismen im Alltag, sei es nun "Back Shop", "Service Point" oder einfach nur "Laptop" (ganz schlimm auch unter Frisören). Diese gehen mir auch auf den Keks, sind aber beim besten Willen keine Bedrohung für die deutsche Sprache. Ich benutze auch nicht gerne die Begriffe Handy und Computer sondern sage lieber Telefon und Rechner.
Zum anderen wäre da das Beherrschen der richtigen englischen Sprache, und da sieht es in Deutschland recht düster aus (zugegeben, in Südeuropa noch düsterer).
Man muss sich ganz genau klar machen: die zunehmend globalisierte Welt kommt, ob man das nun will oder nicht. Und die Sprache dieser Welt ist Englisch. Schon heute ist man in vielen Berufen ohne gute Englischkenntnisse aufgeschmissen, wie soll es dann erst in 50 Jahren aussehen? Heute legen wir die wichtigsten Bausteine in der Bildung für die nächste und übernächste Generation. Und nie wieder hat man so gute Hirnleistungen wie als Kind, um Fremdsprachen zu lernen.
Sicher, als Aldi-Kassierer und ZDF-Gucker wird man auch in 50 Jahren mit wenig Englisch gut auskommen. Doch Globalisierung ist nicht nur etwas wirtschaftliches, sondern auch kulturelles und soziales. Für mich ist dieser Aspekt genauso wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger als der berufliche. Ohne Englisch bleiben einem die schönsten Perlen der Weltliteratur, die besten Filme und lustigste Comedy auf immer verborgen. Zugegeben, manches kann man übersetzen und synchronisieren, aber längst nicht alles und niemals perfekt. George Carlin, Ricky Gervais, Bill Cosby, Penn&Teller, Chris Rock, Jon Stewart, Bill Maher - die machen alle nur im Original Sinn (deutsche Comedians sind in meine Augen sowieso nur noch peinlich und unlustig - "Hier ick hab 'ne Freundin!! 'ne Freundin! Weeste? Weeste?" - zum Kotzen!). Auch in globalen Freundschaften, Diskussionen und Veranstaltungen wird Englisch eine immer wichtigere Rolle einnehmen, angetrieben vor allem durch das Internet. Und nicht zuletzt ist Englisch - neben Mathematik - in der Naturwissenschaft die Sprache aller Sprachen, wer weder das eine noch das andere kann, darf auch nicht mitdiskutieren, Punkt.
Ich persönlich befürworte so viel Englisch, wie nur irgendwie möglich ist. Verpflichtender Unterricht ab der ersten Klasse, weitere Fächer auf Englisch (z.B. Mathematik oder Geografie), mehr unsynchronisierte Filme im TV, mehr attraktive Angebote für Schüleraustausche und Sprachreisen.
Alles andere beeinträchtigt die Zukunft unserer Kinder stärker, als wir vielleicht glauben. Wird dadurch eine Schwemme von Service Points und Shower Gels unseren Alltag ruinieren? Ich glaube nicht. Für mich ist gutes Englisch absolut kompatibel mit der Liebe zur deutschen Sprache und Literatur.
PS: Diesen Kommentar habe ich gerade bei youtube unterhalb des Oettinger-Videos gesehen:
"If you would stop dubbing your films and TV shows, germans wouldn't be so bad at english. When I was in Germany it was hard to find anyone that could express themselves in English. It's not my first language either, but I can communicate in English without much trouble. It's important to note that in countries where dubbing is not used, English fluency or semi-fluency is significantly greater. Plus, dubbing just fucking sucks anyway."
Ähnliches habe ich schon öfters von anderen Deutschland-Besuchern gehört.
Hallo und willkommen auf meinem Blog! Ich studiere Geophysik und Geologie. Auf dieser Seite schreibe ich über alles, was mich interessiert - von aktuellen Ereignissen aus meinen Fachgebieten, über Wissenschaft und Unwissenschaft an sich, Politik, Gesellschaft, Medien, Technik,, Netzkultur, kurz gesagt: so ziemlich alles.
Der Name "And the Water Seems Inviting" kommt von dem Astronom und Autor Carl Sagan, welcher 1978 eine Fernsehserie namens "Cosmos" produzierte und moderierte. Die Reihe gilt nicht zuletzt aufgrund Sagans poetischer Sprache als eine der Perlen des Wissenschaftsfernsehens. In dem Programm taucht auch der Satz auf, den ich als Blogtitel wählte:
The surface of the earth is the shore of the cosmic ocean. On this shore, we have learned most of what we know. Recently, we have waded a little way up - and the water seems inviting
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